Best Practices für ETL-Prozesse mit Databricks und Apache Spark

Best Practices für ETL-Prozesse mit Databricks und Apache Spark

Best Practices für ETL-Prozesse mit Databricks und Apache Spark

08.03.2025
08.03.2025
08.03.2025
Data Lakehouse
Data Lakehouse
Data Lakehouse

In der heutigen datengetriebenen Welt sind ETL-Prozesse (Extract, Transform, Load) das Rückgrat jeder analytischen Datenplattform. Unternehmen müssen riesige Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten aus verschiedenen Quellen erfassen, transformieren und für Analysen bereitstellen.

Traditionelle ETL-Ansätze stoßen bei wachsenden Datenmengen, Echtzeit-Anforderungen und komplexen Transformationen oft an ihre Grenzen. Apache Spark und Databricks lösen diese Herausforderungen mit einer skalierbaren, performanten und Cloud-basierten Architektur, die moderne ETL-Prozesse erheblich verbessert.

Warum Databricks & Apache Spark für ETL?

Hohe Skalierbarkeit – Verarbeitung von Terabyte bis Petabyte an Daten mit verteiltem Computing
Batch & Streaming – Unterstützung sowohl für klassische als auch für Echtzeit-Datenpipelines
Optimierte Leistung – Adaptive Query Execution, Caching & optimierte Speicherformate
Kosteneffizienz – Dynamische Skalierung & Cluster-Optimierung
Governance & Sicherheit – Unity Catalog für Zugriffskontrolle & Compliance

Dieser Artikel zeigt die Best Practices für ETL-Prozesse mit Databricks und Apache Spark, um schnellere, stabilere und kosteneffizientere Pipelines aufzubauen.


Datenaufnahme: Datenquellen effizient einbinden

Ein stabiler ETL-Prozess beginnt mit einer zuverlässigen und performanten Datenaufnahme. In Databricks gibt es verschiedene Möglichkeiten, Datenquellen effizient anzubinden – von Cloud-Speichern über relationale Datenbanken bis hin zu Echtzeit-Streams.

Verbindung zu Cloud-Speichern (S3, ADLS, GCS)

Daten liegen heute oft in Data Lakes auf Cloud-Speichern wie Amazon S3, Azure Data Lake Storage (ADLS) oder Google Cloud Storage (GCS).

Best Practices:

Native Konnektoren nutzen: Databricks bietet optimierte Konnektoren für Cloud-Speicher, die schneller sind als Standard-APIs.
Partitionierung nutzen: Daten sollten bereits auf Speicherebene partitioniert sein, um das Laden zu beschleunigen.
Delta Lake als Zwischenschicht verwenden: Rohdaten in Delta-Format konvertieren, um Abfragen und Updates zu optimieren.

📌 Beispiel: Daten aus S3 mit Spark einlesen

df = spark.read.format("parquet").load("s3://mein-bucket/daten/")
df.display()

Direktzugriff auf relationale Datenbanken

Viele Unternehmen speichern Daten in PostgreSQL, MySQL, SQL Server oder Oracle. Mit Databricks können diese direkt und effizient angebunden werden.

Best Practices:

JDBC-Treiber verwenden – Databricks bietet optimierte JDBC-Verbindungen für gängige Datenbanken.
Pushdown-Funktionen nutzen – SQL-Filter direkt in die Datenbank absetzen, um die Datenmenge zu reduzieren.
Incremental Loading implementieren – Nur neue oder geänderte Daten laden, um Performance & Kosten zu optimieren.

📌 Beispiel: PostgreSQL-Daten in Spark laden

jdbc_url = "jdbc:postgresql://meinserver:5432/meinedatenbank"
df = spark.read \
    .format("jdbc") \
    .option("url", jdbc_url) \
    .option("dbtable", "kunden") \
    .option("user", "mein_user") \
    .option("password", "mein_passwort") \
    .load()
df.display()

Streaming-Datenquellen mit Kafka & Delta Live Tables

Echtzeit-Datenverarbeitung wird immer wichtiger – etwa für IoT-Daten, Finanztransaktionen oder Web-Tracking. Databricks unterstützt Apache Kafka, Event Hubs und Delta Live Tables für Streaming-ETL.

Best Practices:

Delta Live Tables (DLT) nutzen – Automatisierte ETL-Pipelines für Streaming- und Batch-Daten.
Structured Streaming bevorzugen – Spark Structured Streaming ist robuster als klassische Streaming-Frameworks.
Checkpoints & Fault Tolerance einrichten – Sicherstellen, dass Streaming-Daten nicht verloren gehen.

📌 Beispiel: Kafka-Stream in Databricks lesen

df = spark.readStream \
    .format("kafka") \
    .option("kafka.bootstrap.servers", "kafka-broker:9092") \
    .option("subscribe", "meintopic") \
    .load()
df.display()

Die richtige Datenaufnahme entscheidet über die ETL-Performance

Cloud-Speicher optimal nutzen für große Datenmengen
JDBC für relationale Datenbanken mit Pushdown-Optimierungen
Streaming mit Kafka & Delta Live Tables, um Echtzeit-Daten zu verarbeiten

Die richtige Datenaufnahme ist die Basis für einen performanten ETL-Prozess. Im nächsten Abschnitt geht es um die Transformation der Daten – effizient und skalierbar mit Spark! 🚀


Datenverarbeitung: Skalierbare und performante Transformationen

Sobald die Daten in Databricks geladen wurden, beginnt der wichtigste Schritt im ETL-Prozess: die Transformation. Hier werden Rohdaten bereinigt, angereichert und für Analysen vorbereitet.

Apache Spark bietet leistungsstarke Funktionen für die parallele Datenverarbeitung – aber um maximale Performance und Effizienz zu erreichen, sind einige Best Practices entscheidend.

Partitionierung & Optimierung für schnelle Abfragen

Partitionierung ist eine der wichtigsten Methoden, um Daten effizient zu verarbeiten. Statt große Tabellen vollständig zu scannen, können Abfragen nur die benötigten Partitionen durchsuchen.

Best Practices:

Partitionierung nach häufig genutzten Spalten (z. B. datum, region, kunde_id)
Dynamische Partitionierung aktivieren, um Daten intelligent zu verteilen
Z-Ordering mit Delta Lake nutzen, um Abfragen weiter zu beschleunigen

📌 Beispiel: Daten nach Datum partitionieren

df.write.partitionBy("jahr", "monat").format("delta").save("/mnt/delta/daten")

📌 Beispiel: Z-Ordering in Delta Lake für bessere Performance

OPTIMIZE delta.`/mnt/delta/daten` ZORDER BY (kunde_id);

Broadcast Joins & Adaptive Query Execution (AQE)

Joins können eine große Performance-Bremse sein, wenn sie nicht optimiert werden. Spark bietet zwei leistungsstarke Mechanismen zur Verbesserung:

1️⃣ Broadcast Joins: Kleinere Tabellen werden an alle Worker verteilt, um teure Shuffles zu vermeiden.
2️⃣ Adaptive Query Execution (AQE): Spark passt Query-Pläne dynamisch an, um die beste Strategie zu wählen.

Best Practices:

Kleine Tabellen mit .broadcast() explizit markieren
AQE aktivieren, um Spark automatisch Joins optimieren zu lassen

📌 Beispiel: Broadcast Join für schnelle Verknüpfungen

from pyspark.sql.functions import broadcast

df_groß = spark.read.parquet("/mnt/delta/große_tabelle")
df_klein = spark.read.parquet("/mnt/delta/kleine_tabelle")
df_joined = df_groß.join(broadcast(df_klein), "id", "inner")
df_joined.display()

📌 Beispiel: Adaptive Query Execution aktivieren

spark.conf.set("spark.sql.adaptive.enabled", "true")

Umgang mit fehlenden & fehlerhaften Daten

In realen Datenpipelines gibt es oft fehlende, fehlerhafte oder doppelte Daten, die die Analyse verfälschen können. Eine saubere Datenverarbeitung ist daher essenziell.

Best Practices:

Null-Werte mit sinnvollen Standardwerten ersetzen
Duplikate frühzeitig entfernen, um Rechenzeit zu sparen
Regeln für Datenbereinigung & Validierung definieren

📌 Beispiel: Fehlende Werte ersetzen & Duplikate entfernen

df_clean = df.fillna({"umsatz": 0, "produktname": "unbekannt"}) \
             .dropDuplicates(["kunde_id", "datum"])
df_clean.display()

📌 Beispiel: Datenvalidierung mit Delta Live Tables

def saubere_daten():
    return (
        spark.read.format("delta").load("/mnt/delta/roh_daten")
        .filter("umsatz IS NOT NULL")
        .dropDuplicates(["kunde_id", "datum"])
    )

Effiziente Transformationen für schnelle ETL-Pipelines

Partitionierung & Z-Ordering für schnellere Abfragen
Broadcast Joins & AQE für optimierte Joins
Datenqualität sicherstellen durch Bereinigung & Validierung

Mit diesen Best Practices bleibt die Datenverarbeitung skalierbar, kosteneffizient und performant. 🚀


Daten speichern: Delta Lake als Grundlage für robuste ETL-Pipelines

Nachdem die Daten extrahiert und transformiert wurden, müssen sie effizient gespeichert werden – schnell abrufbar, konsistent und fehlertolerant. Hier kommt Delta Lake ins Spiel, das Databricks zu einer leistungsfähigen und stabilen ETL-Plattform macht.

Warum Delta Lake klassische Data Warehouses schlägt

Delta Lake kombiniert die Flexibilität eines Data Lakes mit den Transaktionssicherheiten eines Data Warehouses.

🔹 ACID-Transaktionen: Garantiert konsistente und zuverlässige Datenverarbeitung
🔹 Schema-Evolution: Automatische Anpassung des Schemas bei neuen Spalten
🔹 Change Data Capture (CDC): Nachverfolgung von Änderungen für inkrementelle Updates
🔹 Time Travel: Historische Versionen der Daten abrufbar für Audits oder Fehlerkorrekturen

📌 Beispiel: Delta-Tabelle speichern

df.write.format("delta").mode("overwrite").save("/mnt/delta/umsatzdaten")

ACID-Transaktionen für sichere Datenverarbeitung

Ein großes Problem klassischer Data Lakes ist, dass parallele Schreibvorgänge Inkonsistenzen oder unvollständige Daten verursachen können. Delta Lake löst das mit ACID-Transaktionen.

Best Practices:

MERGE-Funktion nutzen, um Updates effizient durchzuführen
DELETE & UPDATE direkt in Delta-Tables anwenden
Automatische Versionskontrolle nutzen, um Änderungen rückgängig zu machen

📌 Beispiel: Datensätze mit MERGE aktualisieren

MERGE INTO ziel_tabelle AS z
USING neue_daten AS n
ON z.id = n.id
WHEN MATCHED THEN 
  UPDATE SET z.umsatz = n.umsatz
WHEN NOT MATCHED THEN 
  INSERT (id, umsatz) VALUES (n.id, n.umsatz);

📌 Beispiel: Alte Version wiederherstellen („Time Travel“)

SELECT * FROM delta.`/mnt/delta/umsatzdaten` VERSION AS OF 5;

Datenschema-Evolution & Change Data Capture (CDC)

Bei wachsenden Datenmengen ändern sich oft die Strukturen – neue Spalten kommen hinzu, alte fallen weg. Statt fehlerhafte Abfragen zu riskieren, kann Schema Evolution genutzt werden.

Best Practices:

AUTO MERGE aktivieren, um neue Spalten automatisch ins Schema zu übernehmen
CDC mit Delta Lake nutzen, um nur geänderte Datensätze zu verarbeiten
Change Feeds aktivieren, um Änderungen für DWH oder Echtzeit-Analysen zu tracken

📌 Beispiel: Automatische Schema-Evolution aktivieren

spark.conf.set("spark.databricks.delta.schema.autoMerge.enabled", "true")
df.write.format("delta").mode("append").option("mergeSchema", "true").save("/mnt/delta/kunden")

📌 Beispiel: Nur geänderte Datensätze abrufen (Change Feed)

SELECT * FROM table_changes('umsatzdaten', 10);

Delta Lake als Herzstück eines modernen ETL-Prozesses

ACID-Transaktionen für zuverlässige Datenverarbeitung
Schema-Evolution & Change Data Capture für flexible Pipelines
Time Travel & Versionierung für maximale Kontrolle

Mit Delta Lake können ETL-Prozesse stabil, skalierbar und fehlertolerant umgesetzt werden – ein echter Gamechanger für datengetriebene Unternehmen. 🚀


Automatisierung & Workflow-Management

Ein effizienter ETL-Prozess erfordert mehr als nur schnelle Verarbeitung – er muss automatisiert, zuverlässig und skalierbar sein. Databricks bietet leistungsstarke Werkzeuge, um ETL-Workflows zu orchestrieren, Fehler zu überwachen und Skalierung zu optimieren.

ETL-Pipelines mit Databricks Workflows orchestrieren

Statt einzelne Jobs manuell auszuführen, können Databricks Workflows genutzt werden, um komplexe ETL-Pipelines mit Abhängigkeiten zu verwalten.

Best Practices:

Workflows mit Job-Abhängigkeiten definieren, um ETL-Schritte in der richtigen Reihenfolge auszuführen
Retries & Fehlerhandling einbauen, damit Prozesse auch bei temporären Fehlern stabil bleiben
Event-gesteuerte Workflows verwenden, um ETL-Pipelines bei neuen Daten automatisch auszulösen

📌 Beispiel: ETL-Pipeline mit Workflows aufsetzen
1️⃣ Extraktion (Daten aus S3 laden)
2️⃣ Transformation (Daten bereinigen & aggregieren)
3️⃣ Speicherung (Delta Lake aktualisieren)

Diese Abhängigkeiten lassen sich in Databricks Workflows definieren:

import databricks.workflow as wf

job = wf.Job.create(
    name="ETL-Pipeline",
    tasks=[
        wf.Task(name="Datenaufnahme", notebook_path="/ETL/01_datenaufnahme"),
        wf.Task(name="Transformation", notebook_path="/ETL/02_transformation", depends_on="Datenaufnahme"),
        wf.Task(name="Speicherung", notebook_path="/ETL/03_speicherung", depends_on="Transformation"),
    ]
)

Automatische Skalierung & Cluster-Optimierung

ETL-Jobs können je nach Datenmenge stark schwanken. Eine manuelle Cluster-Konfiguration führt entweder zu hohen Kosten oder ineffizienter Performance.

Lösung: Automatische Skalierung & Cluster-Optimierung

Best Practices:

Auto-Scaling aktivieren, damit Cluster sich dynamisch anpassen
Spot-Instances (AWS) oder Low-Priority VMs (Azure) nutzen, um Kosten zu senken
Photon-Engine aktivieren, um Spark-Workloads auf modernen CPUs/GPU-Architekturen schneller laufen zu lassen

📌 Beispiel: Auto-Scaling für ein Cluster aktivieren

{
  "autoscale": {
    "min_workers": 2,
    "max_workers": 10
  }
}

📌 Beispiel: Spark-Parameter für Cluster-Optimierung setzen

spark.conf.set("spark.sql.shuffle.partitions", "200")  # Verhindert zu viele kleine Partitionen
spark.conf.set("spark.databricks.io.cache.enabled", "true")  # Aktiviert Caching für schnellere Abfragen

Logging, Monitoring & Fehlerhandling

Ein gut überwachter ETL-Prozess erkennt Probleme frühzeitig und kann sich selbst wiederherstellen.

Best Practices:

Logging mit Delta Lake – Alle ETL-Schritte protokollieren
Alerts & Monitoring mit Databricks Jobs – Warnmeldungen bei Fehlern versenden
Try-Catch Blöcke in Notebooks nutzen, um Fehler zu behandeln

📌 Beispiel: Logging in eine Delta-Tabelle schreiben

from datetime import datetime
from pyspark.sql import Row

log_data = [Row(timestamp=datetime.now(), job="Datenaufnahme", status="erfolgreich")]
log_df = spark.createDataFrame(log_data)
log_df.write.mode("append").format("delta").save("/mnt/delta/logs")

📌 Beispiel: Fehlerhandling in einer ETL-Transformation

try:
    df = spark.read.parquet("/mnt/daten/")
    df.transform()  # Fiktive Transformation
    df.write.format("delta").save("/mnt/delta/ergebnisse")
except Exception as e:
    print(f"Fehler: {str(e)}")  # Hier könnte ein Alert gesendet werden

Automatisierte Workflows machen ETL effizient & skalierbar

Databricks Workflows für Abhängigkeitsmanagement & Automatisierung
Dynamische Cluster-Skalierung für optimale Performance & Kostenkontrolle
Monitoring & Logging für resiliente ETL-Pipelines

Mit diesen Best Practices lassen sich zuverlässige, hochverfügbare und kosteneffiziente ETL-Prozesse realisieren. 🚀


Fazit & nächste Schritte

Die wichtigsten Erkenntnisse

Ein effizienter ETL-Prozess mit Databricks und Apache Spark basiert auf Best Practices für Datenverarbeitung, Automatisierung und Kostenkontrolle. Die zentralen Punkte:

Datenaufnahme: Strukturierte und unstrukturierte Daten effizient in Databricks integrieren
Transformation: Spark-Optimierungen wie Partitioning und Caching nutzen
Speicherung: Delta Lake für ACID-Transaktionen, Change Data Capture & Time Travel einsetzen
Automatisierung: Workflows mit Databricks Jobs und Auto-Scaling für zuverlässige ETL-Prozesse
Kosten & Performance: Cluster-Optimierung, Delta Lake-Optimierung & Monitoring für maximale Effizienz

Mit diesen Best Practices lassen sich leistungsstarke, skalierbare und kosteneffiziente ETL-Pipelines aufbauen. 🚀

Nächste Schritte: Wie geht es weiter?

🔹 Detaillierter Kostenoptimierungs-Guide: Mehr zum Thema Kostenkontrolle in Databricks in einem separaten Artikel
🔹 Real-World Use Cases: Praxisbeispiele für ETL-Pipelines in verschiedenen Branchen
🔹 Machine Learning mit Databricks: Wie sich ETL mit ML-Modellen kombinieren lässt

Bleib dran – oder starte direkt mit der Optimierung deinen eigenen ETL-Pipelines in Databricks! 🎯

Andere Artikel

Sprechen wir Daten!

Sprechen wir Daten!

Sprechen wir Daten!